Tieto Caretech

Karolinska University Hospital & Tieto Caretech fördern Integration von Gesundheitsdaten

Schwedens renommiertes Karolinska University Hospital nutzt die Lifecare Open Platform – eine digitale Gesundheitsplattform von Tieto Caretech –, um Gesundheitsdaten aus verschiedenen Systemen zusammenzuführen. Dadurch kann das Krankenhaus intelligenter, schneller und kosteneffizienter arbeiten.

Karolinska vereinheitlicht klinische Daten auf einer offenen Plattform

Die digitale Infrastruktur im Gesundheitssektor ist nach wie vor stark fragmentiert, weshalb Krankenhäuser für verschiedene Aufgaben oft auf separate Lösungen angewiesen sind. Da jedes System über eine eigene Datenstruktur verfügt, stellt der Informationsaustausch zwischen ihnen eine Herausforderung dar. Dies erhöht den Verwaltungsaufwand und die Kosten für die Pflege. 

Schwedens Karolinska University Hospital bewältigt diese Herausforderung mit der Implementierung der Lifecare Open Platform von Tieto Caretech. 

„Bislang fehlte ein einheitlicher Rahmen für die Strukturierung und den Austausch klinischer Daten. Dies hat die Interoperabilität und die Nutzung des Potenzials vereinzelter Informationen zu einer ständigen Herausforderung gemacht. Der neue Lösungsansatz lautet „openEHR-Standard“ – das ist das Fundament, auf dem die Lifecare Open Platform basiert“, so Anders Jönebratt, Leiter von Tieto Caretech Schweden. 

Durch die Strukturierung klinischer Daten in einem standardisierten Format können verschiedene Systeme dank openEHR dieselben Informationen nutzen. Das Klinikpersonal kann somit auf einen vollständigen Datensatz der Patient:innen zugreifen, ohne zwischen Anwendungen wechseln zu müssen. Die Lifecare Open Platform nutzt diesen Standard, um eine anbieterneutrale Datengrundlage für Gesundheitsdienstleister wie das Karolinska University Hospital zu schaffen.

„Bei allem, was wir im Gesundheitswesen tun, sind wir stets darauf angewiesen, dass die richtigen Daten vorliegen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Wir sind nun in einem neuen Zeitalter des Gesundheitswesens angekommen, in dem die Lifecare Open Platform maßgeblich dazu beiträgt, dass Daten freigegeben und für klinische Entscheidungen zugänglich gemacht werden. Diese Plattform wird künftig ein zentraler Bestandteil unserer gesamten IT-Umgebung sein“, erklärt Patrik Georgii-Hemming, Chief Medical Information Officer des Karolinska University Hospital.

Unmittelbare Wirkung, langfristiger Wandel

Die Implementierung im Karolinska University Hospital begann im August 2024; das Krankenhaus migrierte erfolgreich seine Daten zur Evaluierung der Eignung für Chemotherapien. 

 Bevor sich Patienten einer Chemotherapie unterziehen, müssen sie untersucht werden, um sicherzustellen, dass ihr Gesundheitszustand für die Behandlung ausreichend ist. Die zur Erfassung dieser Daten verwendete Anwendung wurde nun auf die Lifecare Open Platform übertragen, sodass das medizinische Pflegepersonal des Karolinska University Hospital vor Beginn der Behandlung auf einfache Weise überprüfen kann, ob jene:r Patient:in dafür bereit ist. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie das Krankenhaus die Plattform sinnvoll nutzt. 

„Unsere Teams arbeiten während der gesamten Implementierung sehr eng zusammen. Mit dieser ersten Anwendung, die jetzt auf der Plattform läuft, geht das Karolinska University Hospital mit gutem Beispiel voran – an dem sich andere Krankenhäuser orientieren können. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir im kommenden Jahr ein wachsendes Interesse in der Region Stockholm und darüber hinaus sehen werden“, sagt Jönebratt. 

Die Lifecare Open Platform ermöglicht es Gesundheitsdienstleistern, ihre digitalen Ökosysteme effizient aufzubauen, anzupassen und zu verwalten. Mit Low-Code-Tools und der Unterstützung von Drittanbieter-Integrationen können IT-Teams kosteneffizient neue Anwendungen erstellen oder bestehende integrieren. Dank dieser Flexibilität können Engpässe in klinischen Arbeitsabläufen beseitigt und die Entwicklung neuer Versorgungslösungen beschleunigt werden. 

Zusätzlich zu diesen unmittelbaren betriebsbezogenen Vorteilen ebnet die Plattform zudem den Weg für die Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten in Forschungsinitiativen und groß angelegten Studien zur Bevölkerungsgesundheit. Durch die Strukturierung der Daten gemäß den openEHR-Standards wird es deutlich einfacher, diese Initiativen zu unterstützen und Innovationen im Gesundheitswesen zu fördern.   

„In Gesundheitssystemen gibt es viele Daten, die nicht vollständig genutzt werden, weil sie isoliert sind“, erklärt Jönebratt. „Mit der Standardisierung von Informationen durch openEHR können die Daten von Patient:innen nun leichter für die Forschung genutzt werden. Langfristig kann dies auch zu einer deutlichen Verbesserung der medizinischen Entscheidungsfindung beitragen.“

Bessere Versorgung mit ganzheitlichen Daten von Patient:innen

Die Lifecare Open Platform bietet zudem eine Möglichkeit, die Daten von Patient:innen sicher zu speichern und eine schnelle Implementierung neuer klinischer Lösungen zu ermöglichen. 

Während sich Krankenhäuser modernisieren und auf neue elektronische Gesundheitsakten (EHRs) umstellen, stehen sie vor der Herausforderung, den Zugang zu historischen Daten von Patient:innen zu behalten. Die schwedischen Vorschriften schreiben beispielsweise vor, dass Daten von Patient:innen vor der Archivierung 10 Jahre lang in einem Zwischenspeicher aufbewahrt werden müssen. Das bedeutet, alte Systeme im schreibgeschützten Modus zu belassen – eine teure und ineffiziente Lösung. 

„Anstatt diese alten Systeme zu pflegen, können Krankenhäuser die Akten ihrer Patient:innen in das klinische Datenarchiv übertragen, das von der Lifecare Open Platform unterstützt wird. „Dieser Ansatz gewährleistet, dass die Gesundheitsdienstleister nahtlosen Zugriff auf die Informationen ihrer Patient:innen haben und dass sich neue Möglichkeiten ergeben, diese Informationen für klinische Entscheidungen und Forschung zu nutzen“, sagt Jönebratt.
 Dies gilt beispielsweise für den Bereich der Diagnostik, wo ein vollständiger Überblick über die Testergebnisse zu höherer Genauigkeit beitragen kann. Durch die Zusammenführung von Daten aus mehreren Quellen – einschließlich früherer Diagnosen und Begleiterkrankungen – können sich Ärzt:innen ein vollständiges Bild machen. Die Plattform ermöglicht es den Krankenhäusern zudem, allgemeine Aufgaben der Stationspflege, wie die Beurteilung von sturzgefährdeten Patient:innen, effektiver zu erfassen.  

„Das Karolinska University Hospital definiert die Nutzung von Gesundheitsdaten neu. Für das Krankenhaus ist dieser Schritt unerlässlich, um seine führende Position im Bereich der medizinischen Versorgung, Forschung und Ausbildung auf Weltklasseniveau beizubehalten. Wir sind hochmotiviert, ihnen dabei zu helfen, dieses Ziel mit unserer Plattform zu erreichen“, schlussfolgert Ari Järvelä, Geschäftsführer von Tieto Caretech.  

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