noun_Email_707352 Breadcrumb arrow noun_917542_cc noun_Globe_1168332 Map point Play Untitled Retweet

Sapphire Now & ASUG Konferenz 2019 in Orlando: Report von Thomas Schenk, Head of SAP bei Tieto in Österreich

Ein Experten-Rückblick von Thomas Schenk auf die brisantesten Inhalte des SAP-Event in den USA

15 Mai 2019

Nach dem „amazing“, „incredible“, „outstanding“ und “awesome” in der Key Note von Bill McDermott (nebenbei, die Key Note von Hasso Plattner ist echt sehenswert) möchte ich nachfolgend meine Eindrücke und Interpretationen zum Gezeigten wiedergeben.

S/4HANA

S/4HANA ist mittlerweile keine Frage des Business-Case mehr, die Vorteile werden immer klarer ersichtlich: „Insight to action“. Umso mehr geht es sehr vielen Kunden um das WIE. Was ist für den jeweiligen Kunden das beste Umstiegsszenario? Dementsprechend sind Erfahrungen der first mover sehr interessant und diese Sessions waren auch immer überfüllt.

Fast alle neuen Themen haben S/4 als Voraussetzung, daher ist dieser Schritt die Voraussetzung für weiterführende Möglichkeiten im Zusammenhang mit AI, RPA oder Machine Learning.

SAP HANA kann mittlerweile immer größere Datenmengen verwalten (SAP HANA Appliances werden auch immer mächtiger). Dies ist für mich ein klares Zeichen, dass nun auch die großen SAP Kunden den Schritt Richtung S/4 machen. 

„Insight-to-action“ heißt das Schlagwort, das für mich neben dem Real-time-Reporting den wichtigsten Vorteil und Game-Changer in Zukunft darstellen wird. Bei vielen Kunden ist das Wissen um die täglichen To-do‘s im System in den Köpfen der Mitarbeiter. Wenn man im heutigen SAP System einsteigt, muss man die Transaktionen kennen, um zur Information zu gelangen, was zu tun ist bzw. wo etwas schiefläuft. Mit dem neuen rollenbasierten Fiori Konzept im S/4 wird beim Einstieg schon Information an den Benutzer gebracht, was zu tun ist. Dies mag für altgediente SAP Profis kein Vorteil sein, aber für neue Mitarbeiter umso wichtiger. Die Information, was zu tun ist, kommt aus dem System und zeigt zusätzlich Handlungsalternativen auf (siehe „Business Situation handling“). Die Ableitung erfolgt datenbasiert und ist für das Unternehmen immer verfügbar (außerdem geht nichts durch Personalabgänge verloren).

Solution Manager

(Zurecht) wenig genutzt in der Vergangenheit - aufgrund schlechter Bedienbarkeit (ich habe selbst ein großes Implementierungsprojekt 2009 damit abgewickelt) - hat sich der Solution Manager zu einem stabilen Produkt entwickelt. Er bietet große Vorteile für die S/4 Einführung, aber noch VIEL wichtigere für den späteren Betrieb. Sie sollten sich fragen, was bei der Ersteinführung rückwirkend für den Betrieb der Lösung schlecht gelaufen ist. Wie ist Ihre derzeitige Prozess-Dokumentation zugänglich? Wenn sie damit nicht zufrieden sind, gibt es mit S/4 die große Chance, es diesmal besser zu machen! Diesbezüglich lohnt sich ein Blick auf das „Focused Run“ Paket, das ab 2020 gratis für Kunden zur Verfügung stehen wird.

Als Weiterentwicklung in Richtung Cloud-zentrierter Lösungen wurde „SAP Cloud ALM“ vorgestellt. Dieses Produkt soll dazu dienen, die eingesetzten Cloud-Produkte optimal im ALM betreuen zu können. Derzeit ist diese Lösung rein auf Cloud ausgerichtet (S/4HANA Cloud) und nicht für Onprem-Systeme vorgesehen. Langfristig, wenn man der SAP Cloud Strategie folgt, soll es irgendwann den Solution Manager Onprem ablösen. Bis dahin werden aber noch einige Jahre vergehen.

Analytics

Hier ist die SAP Analytics Cloud (SAC) und das Produkt, mit dem zukünftig die Auswertungen sowie auch die Planung durchgeführt werden, allgegenwärtig. Der mitgelieferte Business Content sowie die Funktionen im Planungsbereich werden immer umfangreicher. Sieht man sich die Roadmaps von zahlreichen anderen Produkten an, stellt man fest, dass viele eine Integration in die SAC planen und diese somit einen sehr wichtigen Baustein in der SAP Strategie darstellt. Für BPC wird es in Kürze eine neue Version 11.1 geben, die speziell auf BW/4HANA ausgerichtet ist.

Data Warehouse Cloud wurde als neues Produkt vorgestellt. Es soll DEN Layer bilden, wovon die unterschiedlichen Fachbereiche auf die Daten zugreifen, um für unterschiedliche Zwecke Auswertungen zu machen und Daten mit anderen Fachbereichen zu teilen, damit eine Gesamtsicht erlangt wird. Aus meiner Sicht ein logischer nächster Schritt, um die kommende Datenflut sinnvoll verwenden zu können.

Integration

„Speed of innovation“ hat es Hasso Plattner in seiner Keynote genannt. Dahinter verbirgt sich im Wesentlichen, wie schnell ich Änderungen in das Produktivsystem bekomme. Neben dem neuen Produkt SAP Cloud Services ist das Schlagwort hierzu DevOps. Ein ganzheitlich etablierter DevOps Ablauf wird künftig den Reifegrad eines Unternehmens zeigen und einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Unternehmen (und auch die Beratungshäuser) müssen dazu die notwendigen Prozesse und Tools kennen und leben lernen. Was hier aber auch sichtbar wird, ist, dass es nicht den einen DevOps Ablauf gibt – viel mehr braucht es einen individuell auf den jeweiligen Kunden angepassten Ablauf.

SAP Cloud Services sollen zukünftig als zentraler Zugriff auf die Daten dienen und diese vereinfachen. Die Plattform für diese Services bleibt natürlich die SAP Cloud Platform.

Experience Management

Hier sollen zukünftig O-Data und X-Data die nötigen Insights über das Kundenverhalten geben. O-Data steht dabei für die operationalen Daten im ERP System. X-Data stellen die Erfahrungsdaten von Kunden dar, die sie in sozialen Medien usw. über Produkte und Services des Kunden wiedergeben. Mit dem Zukauf von Qualtics hat SAP hier eine sehr gute Ausgangsbasis für die Zukunft. Meiner Einschätzung nach wird das Zusammenbringen dieser Daten zukünftig unverzichtbar, wenn man sich kundenorientiert ausrichten will (ich denke nur daran, wie viele Produkte ich auf Amazon und Co. berwerte).

Machine Learning (ML), Artificial Inteligence (AI), Intelligent Robotic Process Automation (IRPA)

Viele Stände hatten diese Themen zum Anlass, wobei aus meiner Sicht nicht ein Thema wichtig wird, sondern die Kombination aus allen drei. RPA sehe ich als eine Weiterentwicklung der Automation aus dem Testbereich auf wiederkehrende Themen im Fachbereich, um diesen zu entlasten. SAP liefert hier in diesem Bereich stetig mehr Content mit S/4HANA aus und Kunden sollten diesen zuerst prüfen, bevor man (wieder) in die Eigenentwicklung geht.

Conversational AI

Vormals bekannt unter dem Namen Recast.AI, verbirgt sich dahinter der von der SAP entwickelte Produkt Copilot und der Zukauf von Recast. Copilot wird mit Fiori3 fix im Launchpad verankert und stellt aus meiner Sicht langfristig den größten Gamechanger dar. Angefangen von mobilen Anwendungen, die nur mehr via Sprache gesteuert werden (somit muss man sich weniger Gedanken über das UI Design machen) bis hin zum Auffinden von Information in S/4 und der Steuerung von Prozesschritten.

Abschließend betrachtet war die Veranstaltung in Orlando eine sehr beeindruckende mit etwa 30.000 Teilnehmern (was sich schon an den Registierungsschlangen am Flughafen bemerkbar machte). In den letzten drei Tagen habe ich auf der Konferenz 25,9 Kilometer zurückgelegt (iPhone Health is watching me J), um möglichst viele Informationen und Eindrücke aufzunehmen.

SAP bei Tieto Austria

Als Topic Owner SAP stehe ich für weitere Fragen rund um SAP zur Verfügung und bin per E-Mail oder via +43 1 331 74 32 71 erreichbar.

Das Tieto Austria Lösungsportfolio rund um SAP können Sie hier finden.

Auf Facebook teilen Tweet Auf LinkedIn teilen