Der richtige Zeitpunkt, um KI zu implementieren, ist jetzt!

TEIL 1: IM GESPRÄCH MIT ... ... ANDREAS ROITHER-VOIGT (EXPERTE FÜR INTELLIGENTE PRODUKTION UND INDUSTRIE 4.0)

Wie kommt die Künstliche Intelligenz in die Produktion?

"Industrieunternehmen verfügen über große Datenschätze aus ihren Prozessen. Die Frage, die wir uns am Anfang immer stellen, ist: Was können wir mit diesen Daten tun? Um Künstliche Intelligenz sinnvoll in Produktionsbetrieben integrieren zu können, braucht es Experten, die diese Daten lesen und interpretieren können. Hier können wir bei Tieto auf ein hochspezialisiertes Team an Prozesstechnikern zurückgreifen, die die Daten unserer Kunden auswerten und gemeinsam mit unseren Data Scientists intelligente KI-Modelle entwickeln. Das heißt, es werden Algorithmen erstellt, die selbständig Berechnungen durchführen, Entscheidungen treffen und Vorhersagen machen können. Damit das funktioniert, wird die Künstliche Intelligenz trainiert, indem sie laufend mit neuen Daten gefüttert wird"

Wie unterstützt Tieto die Industrie bei der Umsetzung von KI?

 Mit Tieto Service Connect haben wir eine Plattform entwickelt, die es unseren Kunden ermöglicht, ihre Daten einfach mit intelligenten Algorithmen zu verbinden. Der Informationswert der Daten kann dadurch nutzbar gemacht und in Business Prozesse integriert werden, um diese in weiterer Folge zu optimieren. Wir sind Experten darin, Projekte im Bereich Data-Driven-Business und KI so unkompliziert und effizient wie möglich anzubieten und umzusetzen - ohne Umwege und mit maximalem Mehrwert für unsere Kunden.

In welchem Umfang macht es Sinn, KI in Produktionsprozesse zu integrieren?

"In der Praxis ist es unüblich, einen Industriebetrieb mit einer Rundum-KI-Lösung zu erschlagen. Die Implementierung würde Jahre in Anspruch nehmen. Wir empfehlen daher, Künstliche Intelligenz zu Beginn für relativ einfache und wiederholbare Aufgaben einzusetzen, dann können Systeme bereits innerhalb von drei bis sechs Monaten einfache Tasks selbständig übernehmen. Darauf lässt sich dann sukzessive aufbauen und Menschen werden Schritt für Schritt entlastet, indem zum Beispiel monotone Arbeiten von KI übernommen werden können."

Zu welchem Grad ist KI schon in Produktionsunternehmen implementiert?

"Die Industrie steht hier noch relativ am Anfang. In vielen Produktionsbetrieben ist bereits ein gewisser Automatisierungsgrad vorhanden, der Mensch als Operator vor dem Bildschirm ist aber immer noch notwendig. Das Potential, KI in Produktionsprozesse zu integrieren ist allerdings enorm und das Interesse in der Industrie, hier etwas zu bewegen, ist groß. Das Thema ‚Künstliche Intelligenz’ ist stark im Kommen und der richtige Zeitpunkt, um KI zu implementieren, ist jetzt!"

Wer sind die KI-Vorreiter in Österreich?

"In Österreich wird hier sehr viel im Infrastrukturbereich gemacht, im Straßen- und Schienenverkehr, im Energiebereich und auch im Produktionsumfeld. Auch Versicherungen und Banken arbeiten sehr viel mit Daten und wollen KI für sich nutzen. Der Wunsch österreichischer Unternehmen, mit Daten mehr zu machen und KI für Entscheidungsprozesse zu verwenden, ist da."

Wie interessant ist die Implementierung von KI für kleinere Unternehmen?

"KI ist für alle Unternehmen interessant, die Daten sammeln. Projekte in kleinerem Rahmen sind daher auch für KMU relevant und gerade im Bereich Qualitätssicherung sinnvoll."

Die Künstliche Intelligenz ist gerade erst im Kommen. Welche Möglichkeiten werden sich hier in Zukunft auftun?

"Die Entwicklung geht deutlich in Richtung Performance-Optimierung durch KI. Das heißt, dass die KI permanent Daten auswertet, interpretiert und dadurch das Fine-Tuning der Maschinen optimiert sowie Predictive Maintenance betreibt. Das hat in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen. Etwa auf die Lebensdauer der Anlagen und die Qualitätsoptimierung. Stillstandzeiten, Produktionsausfälle oder gar Unfälle können vermieden werden. Hier ist allerdings noch ein ganz großes Stück Weg zu gehen. Meine große Vision ist die autonome Maschine: Eine Maschine, die durch KI weiß, was wirklich zu tun ist und sich mit hoher Qualität selbst betreibt und nicht mehr auf manuelle Eingriffe angewiesen ist. Damit verlängert die Maschine auch ihre eigene Lebensdauer. Vergleichbar mit einem Menschen, der versucht, ein gesundes Leben zu führen und seine Entscheidungen danach ausrichtet." 

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